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Arina Labed Chloé

On the Move: Mit Ariane Labed werden wir zur Nomadin

Von der eigenen Theaterfirma über die Bühnen der Welt hat es die französische Schauspielerin Ariane Labed mit Filmen wie „Assassin’s Creed“ und „Before Midnight“ auf den Big Screen geschafft. Jetzt ist sie das neue Gesicht des Dufts „Nomade“ von Chloé. Warum das passt? Erklärt auf einer kurzen Reise.

Text: Robin Micha

Ariane Labed ist eigentlich das, was das Klischeebild einer Französin hergibt. Die Attitude einer Grande Dame, Niveau, Klasse, Stil, ewige Jugend und ein bisschen Unnahbarkeit vereint. Dann noch der Akzent – und der Mythos ist perfekt. Als wir sie am Telefon fragen, wo sie denn gerade sei, antwortet sie locker „London, yeah“. Heute Abend trifft sie dort ein paar Freunde, Labed wohnt zurzeit in der englischen Hauptstadt und dreht Projekte wie den Zweiteiler „The Souvenir“ an der Seite von Robert Pattinson und „Mary Magdalene“ mit Rooney Mara und Joaquin Phoenix. Und eine kurze Reise durch ihre Biografie beweist: Ariane Labed ist eine Nomadin.

Bei der Vorab-Recherche spuckt Google unterschiedliche Ergebnisse aus. „Ariane Labed ist eine französische Schauspielerin“ heißt es da, unter anderen Links bezeichnet man sie als „die griechische Schauspielerin“. Fest steht: Geboren wurde Labed als Kind französischer Eltern in Griechenland, wo sie aufwuchs, lebte aber zwischendurch auch mal in Deutschland und eben England. Wie behält man sich da seine eigene Identität? „Ich glaube nicht, dass man sich als Nomadin oder Vielreisende verlieren kann. Im Gegenteil: Ich hoffe, dass ich durch die Kulturen, in denen ich aufgewachsen bin, geformt wurde. Sie sind eben Teil meiner Identität.“ Und auf eine einzige dieser Kulturen will sich die Schauspielerin ohnehin nicht festlegen. „Meine Identität ist nicht national, ich habe nicht das Gefühl, zu einem bestimmten Land zu gehören“.

Ein Gefühl von Heimat muss es aber doch sicher auch für die multikulturelle Ariane Labed geben – erweckt durch die Gerüche der Vergangenheit, zum Beispiel. „Der Duft von Heimat ist für mich etwas, das mich an früher zurückdenken lässt und Erinnerungen an meine Kindheit weckt. Meine Großeltern hatten einen Bauernhof, dieser Geruch bedeutet für mich Zuhause. Und Essen, definitiv Essen!“ Und dennoch schließt sie: „Ich weiß gar nicht wirklich, wo mein Zuhause ist“. Wer aber glaubt, diese Heimatlosigkeit würde bei Ariane für Unsicherheit sorgen, unterschätzt sie. Für sie bedeutet es vor allem eins: Freiheit – und das damit verbundene Glück. Passend, denn mit „Nomade“ leitet die Marke Chloé drei neue Pfeiler ihres Frauenbilds ein, definiert von „Weiblichkeit, Verführung und Freiheit“. Und wo finden wir die in Ariane Labed? „Mit Weiblichkeit und Verführung bin ich aufgewachsen, ganz einfach durch die Dinge, die man als Frau in unserer Kultur lernt. Ich habe gelernt, diese beiden Eigenschaften zu benutzten, Verführung hat auch damit zu tun, nett mit anderen Menschen umzugehen. Freiheit hingegen habe ich mir selbst genommen und aufgebaut. Ich glaube jeder Mensch hat durch die eigene Identität eine unglaubliche Kraft, und Freiheit ist nur der Weg, diese Kraft zu nutzen.“

Ihre erarbeitete Freiheit hat Ariane auch auf die Schauspielerei übertragen. Inspiriert wurde sie dabei von starken Frauen, wie zum Beispiel der deutschen Tanzlegende Pina Bausch. „Sie hat einfach getan, was zu tun war, ohne infrage zu stellen, was sie da eigentlich macht – und das auch vor Männern. Sie hat niemals daran gedacht, dass es ein ,Problem‘ wäre, eine Frau zu sein, oder sich gefragt: „Ist es mein Recht, hier zu stehen?“ In Zeiten von #MeToo, #TimesUp und dem „Inclusion Rider“ ist Labed froh, dass die Gesellschaft beim Thema Equality einen Schritt nach vorne macht. „Ich achte jeden Tag darauf, dass ich so handle oder denke, dass es nicht gegen meine Prinzipien als Frau verstößt. Genau so tun es die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite – auch die Männer. Wir halten zusammen.“

Ein Ineinandergreifen von Mann und Frau gibt es auch im Duft „Nomade“. Die Kopfnote ist Freesie, die Basisnote Eichenmoos, der Duft ist „feminine with a boyish twist“. Was das genau bedeutet, weiß auch Labed nicht ganz genau. „Heute sind die Grenzen ja nicht mehr so klar. Ein Mann ist nicht immer ,heavy‘, eine Frau nicht nur ,sweet‘. Im Duft ist die Freesie das Feminine, das Eichenmoos das Maskuline. Genau das liebe ich an Nomade: Wandelbarkeit, der Widerspruch in sich. Der Duft ist vor allem eins: Komplex“. Und vielleicht hat sich Ariane Labed damit gerade eigentlich bloß selbst beschrieben. Gefragt nach ihrem liebsten Ort, ob vor oder hinter der Kamera, antwortet sie ein weiteres Mal: „Ich mag die Vielfältigkeit, nicht an einen Ort zu gehören. Darüber denke ich viel nach. Genau wie bei meiner Identität: Ich liebe Veränderung.“ Ganz wie eine echte Nomadin.

 

 

Andrea Zernial
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