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Keep It Real On a Saturday

Love yourself

Problemzonen sind keine Körperstellen, sondern die Abnehm-Propaganda im neuen Jahr. Deshalb, egal wie viele Kekse du diese Weihnachtszeit verdrückst, eins solltest du auf jeden Fall nicht tun: Dich schämen.

Neben der geliebten Spargelsaison befinden wir uns gerade in der besten Zeit des Jahres, was das Essen betrifft. Große, kleine, runde Kekse, Obst mit Glasur, Berge an Schokolade, gebrannte Mandeln, Schmalzgebäck, Rotkohl, geschmorte Ente, Knödel, Raclettekäse, Zimteis, süßer Glühwein – die Liste ist groß. Und die Kalorien auch. Die Fitnessstudios bereiten schon ihre Kampagnen à la „I make you sexy“ für den Januar vor, um uns genau in dem Moment zu erwischen, wenn unser Körpergefühl einen Tiefpunkt hat und wir uns aus den dicken Winterpullis in ein neues Jahr schälen. Deshalb an dieser Stelle: Fuck it, wir sind immer sexy. Ob mit Weihnachts-Bauch, Hüftgold oder Speck-Glow. Das Leben ist kein Laufband, sprich wir drehen uns nicht im Kreis, sondern es geht irgendwann mit uns zu Ende. Und wollen wir wirklich zurück blicken und sagen „Oh weißt du noch Weihnachten 2016, als ich auf all die Kekse verzichtet habe – für meine Bikini Figur?“. Welche Bikini-Figur werden sich einige von euch nun denken und andere bekommen beim Gedanken daran bereits Schnappatmung. Schließlich geht direkt im nächsten Jahr wieder der Verkauf von Bademode los. Aber sorry not sorry: Belly is the new Booty.

Body-Loving, das ist unser Motto (erst recht für 2017). Und das bedeutet, wir lieben uns so, wie wir sind und das zu jedem Zeitpunkt. Also versteckt euch nicht in euren Oversize-Sachen, hungert nicht, um wieder in den Silvester-Jumpsuit zu passen und versucht nicht, bis zu den ersten Maiglöckchen, euch krampfhaft jedes Fettpolster abzutrainieren. Das klassische Weihnachts-Mästen ist zwar nicht zwingend das neue Schwarz, aber es ist auch einfach keine Schande. Jeder hat sein eigenes Ideal-Gewicht, mit dem er sich wohl fühlt oder endlich fühlen sollte. Egal ob die Ausgangslage im November Größe 32 oder 46 betrug – im Januar solltet ihr den Fitness- und Bikinibotschaften  erst Recht die Stirn bieten und euch nicht dafür schämen, den letzten Monat geschlemmt zu haben. Findet dahin zurück, wo ihr euch am Wohlsten fühlt, denn Schönheit kennt einfach keine Größe. Auch wenn das (leider zu viele) Menschen anders sehen, wie zuletzt die Nachricht über Amy Schumer als Reallife-Barbie gezeigt hat. Selbst ernannte „Anti-Fat-Activists“ propagieren auf ihren Social Media Kanälen dass Muskeln und straffe Haut = Glücklichseligkeit bedeuten. Diese Gleichung geht für uns einfach nicht ganz auf. Natürlich sollte der eigene Körper nicht gesundheitsschädlich sein, das steht außer Frage. Aber für alle nicht ganz durchtrainierten Stellen sollten wir ein anderes Wort als „Problemzonen“ finden. Denn ein Problem ist der kleine Weihnachts-Bauch mit Sicherheit nicht – er beherbergt all die liebevoll gebackenen Kekse, die uns glücklich gemacht haben und die wir mit Stolz tragen sollten.

Also habt eine mit gutem Gewissen besinnliche und gern kalorienreiche Weihnachtszeit – dafür ist diese Saison gemacht und fangt jetzt schonmal an, Liebesbriefe an euch selbst zu schreiben, warum ihr nicht im Januar direkt den ersten Fitnessstudio-Knebelvertrag abschließen müsst.

Laura Binder
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