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Alice Francis – Josephine Baker 2.0

Wenn die Neo-Swing Queen Alice Francis nicht gerade in den UK-Charts mit ihrer aktuellen Single „Dear Love“ aufsteigt, dann kuschelt sie mit übergroßen Katzen für das Cover ihres kommenden Albums. Wir haben Alice unsere #girlsforblonde Fragen gestellt und von ihr gelernt, wie man seine Leidenschaft zum Beruf macht.

Auf den ersten Blick wirkt Alice Francis wie eine Josephine Baker-Doppelgängerin. Der Revue-Star, der auch als „Schwarze Venus“ bekannt war, machte in den 20er-Jahren den Charleston-Jazz zur Sensation. Alice lässt sie aufleben und erobert die Musikwelt mit ihrem Neo-Swing. Und das ohne Bananengürtel, sondern mit ihrer schönen Stimme und der Unterstützung von ihren zwei Jungs Goldielocks und Chul-Min Yoo.

Alice stammt halb aus Rumänien und halb aus Tansania. Mit fünf Jahren zog das neugierige Mädchen nach Deutschland und entdeckte einen Ort, an dem es bunte Autos, Schokolade en masse und alle möglichen Spielsachen gab. Ihr Vater hatte einen Plattenspieler, der der Auslöser dafür war, dass Alice sich schon als kleines Mädchen vorstellte, wie sie die Bühnen der Welt eroberte. Kaum konnte sie schreiben, fing sie an ihre eigenen Songs zu komponieren. Dank der Gitarre, die ihre Eltern ihr schenkten, lernte sie schnell, wie man Gesang auf Melodie abstimmt. Musik blieb immer ihre Leidenschaft.

In Köln hat Alice ihre Jungs kennengelernt. Erst Goldielocks, mit dem sie anfing musikalische Experimente in einem Homestudio zu machen. Später kam Chul-Min Yoo dazu. Die Beats und Instrumentals der Jungs haben perfekt mit Alices Stimme harmoniert. Vier Jahre später hatten sie ihr Debütalbum fertig: Hip Hop wurde mit Jazz-, Swing-, Elektro- oder Poptönen aufgepimpt und mit viel Liebe zum Detail in Songs verwandelt. Die Belohnung? Ein Major Deal. Von einem Tag auf dem anderen veränderte sich Alices Leben: Die Jogginghose und die Sneaker wurden gegen goldene Kleider und High Heels ausgetauscht. Drei Jahre lang ging Alice mit ihren Jungs und einem Koffer auf Welttournee. Sie traten in Israel bei 40 Grad auf, mitten in den verschneiten Alpen oder bei Jazzfestivals in Afrika. Sie haben viel aus der Zeit gelernt, was sich in dem kommenden Album widerspiegelt. Die Swingmelodien klingen nicht mehr so verspielt. Es geht nicht mehr um „Gangsterlove“ oder um  „French Affair“. Die neueste Single „Dear Love“ ist eine Ansage an die Liebe – die Liebe, die weh tut. Das Lied hat Alice zu Hause an ihrem Klavier komponiert. Es ist ein intimes Lied. Ein Lied, für das sie sich Zeit genommen hat. Das Video dazu zeigt nicht mehr wie Alice sich theatralisch in einem Bling-Bling Kleid in Szene setzt. Im Gegenteil. Sie verschwindet hinter der Kamera und schaut einer tanzenden Gestalt dabei zu, wie sie sich vor Verzweiflung in einem leeren, luxuriösem Hotelzimmer räkelt. „Es ist quasi eine Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen. Das Lied bewegt sich von einem ganz intimen zu einem vulkan-artigen, ultra-lauten Ausbruch“, erklärt Alice. Deswegen hat sie sich entschieden, diesmal der Betrachter zu sein. Man sieht sie nicht. Aber man fühlt sie.

Das Homestudio ist jetzt ein richtiges Tonstudio und Alice hat, zusammen mit ihren Jungs, ein eigenes Musiklabel gegründet. Das neue Album „Electric Schock“ erscheint Ende April und wird gleich von einer Deutschlandtour begleitet. Wer die Neo-Swing-Queen noch nie live erleben durfte, sollte sich jetzt schon Tickets klarmachen. Bis dahin könnt ihr unser #girlsforblonde hier kennenlernen:

v. links Chul-Min Yoo, Alice Francis und Goldielocks

 

Was machst du?
Ich heiße Alice Francis und bin Musikerin. Genau genommen bin ich Frontfrau und Sängerin unserer gleichnamigen Band.

Hobby oder Welt erobern?
Für mich zählt der Moment. Wer glücklich ist, dem gehört die Welt.

Wie würdest Du deinen Stil beschreiben?
Stil entsteht immer im Auge des Betrachters.
Er definiert sich für mich in vielen Bereichen: in der Musik, in der Mode oder auch im Umgang mit anderen Menschen. 

Was ist Mode für dich?
Mode ist zeitlose Schönheit.

Was magst Du an dir am liebsten?
Dass ich nie aufgebe.

Definiere „Frau sein“.
Individuell. Venus. Soziale Kreatur. Emotionale Stimulation. Vielseitige verbale Skills.
„Follow The Instructions“ unser letztes Interlude auf dem Album beschreibt es sehr treffend.

Welche sind deine persönlichen Dämonen?
Ungeduld, Zweifel, Temperament.

Welche zukünftigen Projekte stehen an?
Unser Albumrelease und die dazu passende Deutschland- und Europatournee, sowie Tanzprojekte und Kollaborationen mit u.a. mit Féfé (Saïan Supa Crew).

Was ist deine Botschaft an die Frauen da draußen?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich unsere Vorgängerinnen unseren heutigen Status hart erkämpft haben. Was wir für selbstverständlich halten, war es damals nicht und ist es in vielen Teilen der Welt immer noch nicht. Es gibt noch viel zu tun!

 


Mehr unter: WEB: alicefrancis.com // INSTAGRAM: @alicefrancisofficial // FACEBOOK: alicefrancismusic

Joanna Catherine Schröder
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