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Zwei Schwestern für Upcycling-Fashion

Gardinen, Vorhänge, alte Tagesdecken und Tischdecken: Das Label Kasimir hat sich der Re-Interpretation dieser Stoffe verschrieben. Wie das funktioniert und warum der Zufall die beste Inspiration ist, beantworten die beiden Berliner Girls im Interview.

Recycle-Mode hat immer einen langweiligen Öko-Beigeschmack. Dass das aber gar nicht so sein muss, haben sich die beiden Schwestern Sarah und Sabrina auf die Fahne geschrieben und ihr Label Kasimir gegründet. Zusammen durchforsten sie die Hauptstadtflohmärkte und das Internet nach alten Stoffen  – und machen daraus neue moderne Kollektionen. Und wie es so oft im Leben ist: Man weiß nie was kommt. Deshalb entscheidet der Zufall, wie die Looks von Kasimir aussehen. Das Motto lautet aber immer: Ungezwungen und locker. Und genauso wie es auch im Business-Alltag der beiden „Family first“ heißt, kam letztlich auch der Name zustande: Kasimir war ihr russischer Großvater. Ihre Upcycling-Mode ist eine Hommage an ihn und eine klare Kampfansage gegen Fast Fashion.

Die Köpfe hinter dem Label: Sarah & Sabrina

Wir haben das Schwestern-Duo hinter dem Label gebeten, ein paar Fragen für #girlsforblonde zu beantworten. Was dabei herauskam, reduziert eure Gier nach Konsum.

Was macht Ihr und wie seid Ihr dazu gekommen?
Wir sind zwei Schwestern, die ein kleines Öko-Recycle-Handmade-Label namens Kasimir ins Leben gerufen haben. Ich, Sabrina, bin die Designerin und Gründerin des Labels und meine Schwester Sarah ist Grafikerin und Fotografin. Wir wohnen, arbeiten und machen fast alles andere auch zusammen. Ich habe Modedesign studiert und mich damals gegen ein unbezahltes Praktikum entschieden, denn ich bin der Meinung, dass jede Arbeit einen Wert hat. So beschloss ich, die Zeit zu nutzen und mein eigenes Label zu gründen. Als der Grundgedanke stand, kam es schnell dazu, dass meine Schwester mit dabei ist.

Hobby oder Welt erobern?
Wir möchten mit Kasimir die Welt erobern, vernünftige Arbeitsplätze schaffen und einen großen Schritt auf die Umwelt zugehen. Das Leben ist zu kurz, um sich mit Dingen zu beschäftigen, in die man nicht 100% Leidenschaft steckt. Außerdem wollen wir andere dazu animieren, bewusst und nachhaltig mit Mode umzugehen.

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Wie würdet Ihr euren Stil beschreiben?
Unser Stil ist noch sehr jung. Nachhaltigkeit ist das Hauptthema bei Kasimir. Wir finden unsere Stoffe hauptsächlich auf Flohmärkten und in Second-Hand-Geschäften und sind fasziniert davon, etwas Altem neues Leben zu geben. Generell gilt bei uns, dass Kleidung wieder wertgeschätzt werden sollte. Deshalb wollen wir Teile machen, die Langzeitbegleiter werden. GOTS-zertifizierte Materialien, die vor allem als Futterstoffe dienen, unterstützen unseren Stil.

Was bedeutet Mode für euch?
Mode verleiht dem Zeitgeist Ausdruck, der Gesellschaft ein Gesicht, sie definiert was wir sind. Obwohl uns die aktuelle „Konsummode“ dann doch eher schlecht aussehen lässt.

Welche sind eure persönlichen Dämonen?
Primark, Tofu und das eigene Ego.

Was schätzt ihr gegenseitig an euch?
Sabrina: Am liebsten mag ich an Sarah ihre Präzision und ihren unverwüstlichen Optimismus.
Sarah: An Sabrina schätze ich – obwohl es mich ab und an zur Weißglut bringt – ihr mütterliches Verhalten mir gegenüber, weil es mich wieder auf den richtigen Weg führt, wenn ich mal wieder etwas übermütig bin. Das Größte an ihr ist aber Standhaftigkeit und, dass sie immer den Durchblick behält, selbst wenn alles im Nebel liegt.

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Definiert „Frau sein“.
Frau sein fühlt sich so an wie wir uns empfinden: frei, laut, unabhängig, sexy.

Welche zukünftigen Projekte stehen an?
Die Zukunft steht noch in den Sternen – obwohl wir gerade unseren Online-Shop gelaunched haben!

Wie steht Ihr zu Fast Fashion?
Dazu stehen wir überhaupt nicht. Von billig und schnell bekommen wir Gänsehaut.

Neben der Mode revolutioniert ihr auch noch das Größensystem. Was hat es damit auf sich?
Es geht mehr ums Fühlen statt ums Sehen. Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Statt der Begrifflichkeit „S/36“ findet man auf unseren Etiketten Punkte, die für drei Größenkategorien stehen. Damit wollen wir ein Zeichen setzen, dass man sich nicht von Zahlen beeinflussen lassen sollte. Schließlich gibt es viel zu viele Frauen, die denken, sie seien zu dick, zu dünn, zu groß oder zu klein.

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Mehr unter kasimir-berlin.com // @kasimirberlin

Die Teile der beiden Mädels findet ihr im Bikini Berlin Pop-Up Fashion Store und im Studio 183 in der Brunnenstraße 183, Berlin – und für alle Nicht-Berliner gibt es den neuen Kasimir Online-Shop!

All photos by Sarah Schweizer

Laura Binder
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