Der Lifeguide für Liebe, Job & Körper: alles anders, besser, neu

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Sich neu ordnen ist gar nicht so schwer. Also Schluss mit den Ausreden: Hier kommt dein Lifeguide für die drei großen Bereiche des Lebens.

Text: Corinna Siepenkort // Illustrationen: Jessica Vaughan

Liebe

Gleich vorweg: Wir können euch auch nicht sagen, wo er steckt, der eine oder die eine, die wir suchen. Aber uns selbst lieben, das können und sollten wir lernen. Dabei geht es darum, auf sich selbst zu achten und zu schätzen, was und wer man ist. Schon mal von dem Trick gehört, dem potenziellen Lover vier Minuten lang in die Augen zu schauen – und schon soll es klicken!? Dabei handelt es sich um die finale Übung des „36 Fragen zum Verlieben“-Leitfadens, den der amerikanische Wissenschaftler Arthur Aron entwickelt hat. Das üben wir jetzt erst mal vor dem Spiegel. Und zelebrieren den kurzen Anflug vom Verknalltsein in uns selbst. Damit wir dennoch das perfekte Gegenstück zu uns finden, verlangt das, auch mal abseits der gewohnten Pfade die Sinne scharf zu stellen. Hat ja vielleicht doch etwas zu bedeuten, dass wir bisher immer wieder nur an die gleiche Art Mensch geraten – und letztendlich an die­ser Verbindung gescheitert sind.

Und ja, vielleicht geht es gar nicht darum, die eine große Liebe zu fin­den.

Statt „wir zwei für immer“ kann uns „du und ich, nur für eine Weile“ nämlich genauso glücklich machen. Oder sogar glücklicher. Warum? Weil das eine Menge Druck nimmt, den wir uns bei der Suche nach der einen großen Liebe aufschultern. Und was tun, wenn wir uns nicht mehr verknallt fühlen? Dann müssen wir uns entscheiden: bleiben oder gehen? Dafür brauchen wir keine Pro-und-Kontra-Liste, denn das fühlen wir doch auch ohne Stift und Papier. Dennoch muss man nicht bei jedem Magengrummeln die Flucht ergreifen. Vielleicht lieben wir nicht mehr so stürmisch und unbedarft wie früher. Schließlich haben wir schon gemeinsam einiges durchgemacht und sind viel zu sehr zusammengewachsen, als dass uns jedes Lächeln des anderen sofort die Sinne rauben würde. Vielleicht ist aus Liebe so etwas wie Freund­schaft geworden. So what!? Hauptsache, wir fühlen uns gut und sicher in dem Team, in dem wir da antreten. Liebe hat eben viele Gesichter. Und das verstehen wir nicht als Floskel, sondern als Übung. Denn Liebe steckt auch in Freundschaften, der Familie oder sogar in der Beziehung zum Haustier. Die Be­ziehung zu einem Tier kann uns genau so erfüllen wie eine Partnerschaft. Klingt zu abgefahren? Fein, dann nehmen wir diese Erkenntnis eben als Grund­lage, um uns mal wieder dessen bewusst zu werden, dass eine Liebe ohne Zwänge die reins­te Liebe ist. Und die, die wir schützen sollten.

Drei Tipps, von denen die Liebe langfristig profitiert

Mehr ich, weniger wir! Achten wir wieder etwas mehr auf uns selbst und tun mehr, worauf wir wirklich Lust haben, profitiert auch die Beziehung davon.

Und jetzt ganz anders! Eine Beziehung wird an dem Anspruch scheitern, dass alles immer so bleiben soll, wie es ist. Weil ungeplante Veränderungen aber Angst machen können, sollten wir bewusst gemeinsam Dinge ändern.

Ich brauche dich! Was viele als Schwä­che auffassen, stärkt in Wahrheit die Liebe: zugeben, dass es einem nicht gut geht – und konkret formulieren, wie der andere helfen kann.

Job

Laptop zuklappen, aufstehen und raus. Jetzt sofort. Ein arschcooler Abgang unterstrichen mit irgendeiner dramatischen Geste – ciao, adios, auf Nimmerwiedersehen! Na, Lust drauf? Natürlich würden wir das nie tun. Weil wir wissen, dass sich einige Szenen doch besser im Kopf drehen lassen als im wahren Leben. Und weil wir unseren Job ja eigentlich mögen (wer hier denkt: „Äh, nein“ – stay tuned!). Was auch nach dem Abspann bleibt: die Erkenntnis, dass wir trotzdem etwas ändern können. Um unsere perfekte Work-Life-Balance zu finden, ist unser persönliches „Om“ aber genauso wichtig wie eine gute Organisation.

Ein Break-Out ist besser als ein Burn-Out und hat oft heilende Wirkung

Zeit also aufzuräumen. Und das ist ganz wörtlich gemeint: Ein ordentlicher Schreibtisch sorgt für Klarheit im Kopf. Glauben wir gern und heften nicht nur das Zettelchaos an der Wand fein säuberlich ab, sondern kaufen uns ab sofort einmal die Woche frische Blumen fürs Büro. Am besten immer montags. Denn kein Tag der Woche hat es so schwer in unserer Gunst wie er. Kein Wunder, denn der Montag startet von der erdenklich schlechtesten Position: gleich hinter dem Sonntag. In Wahrheit ist der Montag aber viel besser als sein Ruf. In jedem Montag schlummert nämlich dieser Zauber der kompletten Jungfräulichkeit: Alles ist möglich. Betrachten wir den Montag aus diesem Blickwinkel, kann er befreiend sein. Vor uns liegen ein Haufen Wege und Abzweigungen. Welche wir nun nehmen sollen? Bei  dieser Entscheidung hilft nur, der inneren Stimme zu vertrauen. Auch wenn die manch­mal ganz schön beängstigend sein kann. Zum Beispiel, weil sie danach ruft, die große Weltreise doch noch zu machen. Weil wir erkennen, dass wir niemals zum „Mitarbeiter des Monats“ ernannt werden, egal wie viel wir leisten. Weil „World’s Best Boss“ höchstens auf unserem Kaffeebecher zu lesen ist, nicht aber in den Augen unseres Teams. Oder weil wir schlichtweg im falschen Beruf feststecken. Laut einer Umfrage von Forsa wünscht sich jeder Dritte einen Neustart im Beruf. Und auch Experten ermutigen zum Drücken der Restart-Taste. Das muss ja nicht gleich eine Umschulung von der Zahnärztin zur Zirkusdirektorin sein – manchmal hilft es schon, das Unternehmen zu wechseln. Denn so ein Break-out ist besser als ein Burn-out und hat oft heilende Wirkung.

Drei Sätze, die wir uns nicht mehr gefallen lassen – und die perfekte Antwort darauf

„Könnten Sie mal kurz…“ – „Gerne, aber ich brauche ein bisschen mehr Zeit dafür.“

„Die Idee hatte ich auch schon.“ – „Dann verstehe ich das als ‚Go’ für mein Projekt!“

„Stört es dich, wenn du das übernimmst?“ – „Ja, es stört mich!“

Körper

Pants down: Unser Körper ist auf dem Weg zu einem „Ich 2.0“, so etwas wie unser persönliches Superfinale. Denn irgendwie war unsere Nase immer schon ein bisschen zu schief, waren die Füße etwas zu groß und die vielen Muttermale zu prägnant. Dass ein gutes Körpergefühl wenig mit Modelmaßen zu tun hat, haben wir natürlich längst begriffen. Dass uns ein bisschen (mehr) Fitness guttun würde, aber auch. Es gibt fünf Sportarten, mit denen wir unseren Body auf Dauer optimieren: Schwimmen, Rudern, Klettern, Boxen und Beachvolleyball. Und wenn nichts dabei ist, was wirklich Spaß macht: Auch Sport zu Hause steht hoch im (Erfolgs-)Kurs. Oft ist auch unsere Ernährung schuld daran, dass wir uns aus­gelaugt fühlen. Um gesund zu essen, müssen wir nicht auf Zucker oder Kohlenhydrate verzichten, aber kleinen Challenges können wir uns stellen. Zum Beispiel, indem wir nach 18 Uhr darauf verzichten – auch um besser einschlafen zu können. Oder indem wir den Gin Tonic zugunsten eines Green Smoo­thie zur Seite stellen (zumindest innerhalb der Woche).

Fitness sollte Zeit für uns selbst beinhalten

Unseren persönlichen Kick holen wir uns ein­fach beim Pfeffern. Das macht nämlich wissenschaftlich belegt glücklich. Der im Pfeffer enthaltene Stoff Piperin schüttet Endorphine aus und führt zum sogenannten Pepper-High-Effekt. Klingt doch berauschend! Das Wort „Körpergefühl“ ist nicht umsonst eine Kombination aus den Begriffen „Körper“ und „Gefühl“. Denn wie so oft gibt es auch hier kein Rich­tig oder Falsch. Wir fühlen uns gut oder schlecht. Manchmal wissen wir nicht, woran das liegt. Und manchmal, da fühlen wir es genau und trauen uns nicht, darauf zu hören. Sein Körpergefühl zu ändern bedeutet manchmal auch, sich selbst zu verändern. Egal ob das heißt, sich ein bisschen mehr Pflegezeit einzuräumen oder alles so zu belassen, wie es kommt. Das Wichtigste bleibt: Wir entscheiden selbst. Vielleicht fühlen wir uns besser, wenn wir uns eine Zeit lang nicht rasieren. Oder generell darauf verzichten. Und zwar nicht nur unter den Achseln, sondern auch unterm Bauch­nabel oder außerhalb der Bikinizone. Vielleicht auch nicht. So oder so ist es aber ganz bestimmt Zeit, das herauszufinden. Denn das Lebensgefühl und unser Körpergefühl waren schon immer Best Buddys. Zwei, die sich eben bedingungslos bedingen.

Drei üble Gewohnheiten, die wir sofort abstellen werden:

Frühstück ausfallen lassen! Egal ob ein paar Früchte, ein frisch gepresster Saft oder eine reichhaltige Brotauswahl – wir fühlen uns gesünder, haben mehr Energie und weniger Heißhunger für den Rest des Tages.

Im Team zum Sport gehen! Fitness sollte Zeit für uns selbst beinhalten. Damit man sein eigenes Tempo bestimmt und auch im Kopf abschalten kann.

An unserem Wohlbefinden sparen! Na­türlich kostet eine Massage oder die neue Gesichtscreme Geld. Aber: So ein Ver­wöhnprogramm für Körper und Seele ist wirklich jeden Cent wert.

 

Mehr von Andrea Zernial

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