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Adwoa Aboah: „Ich habe einfach begriffen, dass ich nicht alleine bin“

GURLS TALK ist ein Ort nur für Girls, zum Reden und Austauschen. Über harte und schwierige Zeiten. Was es damit auf sich hat, verrät Model Adwoa Aboah im Interview mit dem i-D Magazine.

FOTO: Instagram @gurlstalk

Depressionen, Drogen, Sexualität, Suizid – die Liste der Tabuthemen ist lang. Es klingt immer so leicht aber auch im Jahr 2016 sind wir noch nicht so weit ehrlich über alles reden zu können ohne den „Weirdo“ Stempel zu bekommen oder als hoffnungslos oder kaputt betitelt zu werden. Wir haben immer noch Angst. Angst davor was andere von uns denken, Angst davor den Tatsachen ins Auge zu sehen, Angst vor dem was kommt. Das 24-jährige London Model Adwoa Aboah will das ändern. Sie ist der Coverstar der i-D ‚The Female Gaze Issue‘ und spricht im Interview mit dem i-D Magazine offen über ihre Vergangenheit und darüber, was für die Zukunft geplant ist.

Adwoa Aboah ist wunderschön und markant – doch ihr Strahlen, in das man sich direkt verliebt, war nicht immer so ausgeprägt. In ihrem Leben gab es sehr düstere und schwere Zeiten. Erste Drogenerfahrungen aus ihrer Jugend führten zur Sucht und endeten mit mehreren Aufenthalten in einer Entzugsklinik. Aus Spaß wurde schnell ernst. Durch die Verknüpfungen ihrer Eltern zum Modebusiness und ihrer eigenen Castingagentur, begann Adwoa Aboah selbst zu modeln. Doch die Jobs blieben aus und sie wurde für ihr ungewöhnliches Aussehen verurteilt. Die wachsende Depression gipfelte Ende 2014 in einem Selbstmordversuch. Durch ihre Therapie lernte Adwoa wieder aufzustehen und sich mit ihren Problemen auseinander zu setzen – wie bereits ihr Projekt „What’s underneath“ gezeigt hat. Denn Probleme und Stolpersteine sind ganz normal und gehören im Leben einfach dazu – wichtig ist nur, was du daraus machst. Und genau das setzt sie in ihrer gegründeten Plattform GURLS TALK um: Eine Anlaufstelle für jede, die über etwas reden möchte.

@adwoaaboah in LA for @i_d ✨ words by @nazaninshahnavaz

Ein von Rosaline Shahnavaz (@rosaline_s) gepostetes Foto am


Nicht jede hat das Glück mit einer besten Freundin, einem Seelentröster, einem Aufsteh-Helfer gesegnet zu sein. Und manchmal möchte man seiner tröstenden Schulter auch nicht zu sehr zur Last fallen und schämt sich. Adwoa hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen unter sich aber sehr einfühlsam und verständnisvoll sein können. Die Idee für GURLS TALK kam ihr nach einer Therapiesitzung, bei der durch Zufall nur Frauen anwesend waren: „All diese Frauen haben sich die intimsten Details aus ihren Leben erzählt. Von ihren Beziehungen zu ihren Ehemännern, über die Erschöpfung durch ihre Kinder bis zu ihrem Sexleben. All die Dinge, über die man nicht so leicht reden kann, erst recht nicht, wenn Männer anwesend sind. Es gab keinen Konkurrenzkampf, es gab keine Verurteilungen, kein Schamgefühl. Nach dem Meeting habe ich mir gedacht, wie gut es wäre, wenn es einen Ort nur für Girls gäbe, an dem sie miteinander sprechen könnten.“ (Interview i-D)

Und dieser Ort wächst gerade. Für Oktober ist der Launch der Plattform geplant. Der Job klingt leichter, als er ist. Denn all diese Frauen schreiben Adwoa über die Website GURLS TALK – und es ist hart alles nicht zu sehr an sich ran zu lassen und über die eigenen Probleme zu stellen. „Ich muss Grenzen aufstellen“, erklärt sie im i-D Interview, „sonst liege ich die ganze Nacht wach und mache mir Gedanken und frage mich, warum ich nicht da war, um ihnen persönlich zu helfen.“

Adwoa ist nicht nur ein plakatives Vorbild, sondern zeigt uns mit ihrer Girls-for-Girls Selbsthilfegruppe wieder was wichtig ist, wenn es im Leben lange Zeit nur regnet: Du hast nie schon verloren und Reden ist Gold.

Mehr unter @gurlstalk // gurlstalk.com

Laura Binder
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