SoKo: Musik aus Träumen

Mit dem melancholischen Neo-Folk, der ihr Debüt prägte, hat die in L.A. lebende Französin Stéphanie Sokolinski alias SoKo Schluss gemacht. Ihr zweites Album atmet trashigen 80’s-Punk mit Wave-Einflüssen aus. So neu der Sound ist, so neu ist auch der Look. Ihre Träume waren das, was blieb.

„Dreams Dictate My Reality“ heißt dein Album. Bist du eine Träumerin?
Absolut. Als die Aufnahmen abgeschlossen waren, habe ich echt verrückt geträumt. Ich befand mich in einem U-Boot, das hoch in der Luft flog hinweg über Landschaften ähnlich denen aus Miyazakis „Das wandelnde Schloss“. Irgendwann tauchte das Boot ab und wurde zu meinem Studio. Ich spielte mein Album also unter Wasser ein – während draußen Fische, Haie und Delfine vorbeischwammen. Das war eines der besten Erlebnisse meines Lebens. Deshalb will ich meine Träume auch Wirklichkeit werden lassen.

Dein neuer Sound klingt, als würdest du dich in vergangenen Zeiten ziemlich wohl fühlen.
Ha, stimmt! Ich bin ein Kind der 80er und wollte mich kopfüber in diese Zeit stürzen, in meine Vergangenheit eintauchen und Frieden mit meinen Dämonen schließen. Meine Musik ist punkiger geworden, ein bisschen New Wave. Sie erzählt von meiner Angst, erwachsen zu werden. Und von dem Versuch, den Moment zu leben.

Dein Style spiegelte schon immer deinen Sound wider. Testest du gerade eine andere Seite deiner Persönlichkeit aus?
Ich bin ganz ich selbst. Das Gewicht meiner langen Haare hat mich krank gemacht. Und ich sah mich ständig in der Rolle, die ich in dem sehr düsteren Film „Augustine“ gespielt habe – die eines mit Problemen behafteten Mädchens. Ich wollte mich freier fühlen. Indem ich mich von meinen Haaren trennte, erlangte ich irgendwie neue Power.

Du gehst nicht ohne ein Paar rote Dr. Martens ins Studio. Warum?
Weil sie rot sind, Originale und natürlich aus den 80ern stammen. Wenn ich sie trage, konzentriere ich mich bewusst auf meine Arbeit und blende alles andere aus. Dazu kommt, dass „Die roten Schuhe“ mein Lieblingsfilm ist.

Mit „We Might Be Dead By Tomorrow“ hast du den Soundtrack zur berühmten „First Kiss“-Kampagne geliefert. Selbst mitgeknutscht hast du auch. Wie war’s?
Total ungezwungen. Zudem war es eine tolle Erfahrung, einen Song, der mir so viel bedeutet, sichtbar zu machen. Dieses Thema, jeden Tag könnte es vorbei sein, spiegelt meine Lebensweise immer noch zu 100 Prozent wider.

Deine Botschaft an die jungen Frauen da draußen?
Seid immer die, die ihr euch erträumt zu sein.

Bildunterschrift für das Plattencover:
Das zweite Album von SoKo ist am  27. Februar 2015 erschienen.

Instagram: @sokothecat

 

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