Seit ihrem 13. Lebensjahr wächst Leonie mit und im Internet auf. Ruhm, Öffentlichkeit und die ständige Frage danach, wer man eigentlich ist, wenn alle zusehen, begleiten ihre Geschichte von Anfang an. Heute, da wir mehr denn je darüber sprechen, wie Stars sich selbst inszenieren, Identitäten entstehen und zwischen Person und Persona kaum noch unterschieden werden kann, scheint der Zeitpunkt für dieses Editorial kaum passender zu sein.
Für Blonde taucht Leonie in eine Welt ein, die gleichzeitig real und surreal wirkt. Ein Puppenhaus, in dem nichts so ist, wie es scheint. Die Ikone, die Performern, das öffentliche Ich – Leonie wechselt zwischen all diesen Rollen und bleibt dabei trotzdem immer auch sie selbst.
Denn vielleicht liegt genau darin die spannendste Frage: Wer wird man, wenn man ein Leben lang gelernt hat, gesehen zu werden? Und wer bleibt übrig, wenn die Rolle endet?
Leonie im exklusiven Interview für Blonde:

Hast du als Kind mit Puppen gespielt?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe es geliebt, mir kleine Welten auszudenken und in Rollen zu schlüpfen.
Woran erinnerst du dich am liebsten, wenn du ans Spielen denkst?
Am liebsten erinnere ich mich daran, wie frei man dabei war. Es ging nie darum, perfekt zu sein, sondern einfach zu träumen und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Was hat dich als Jugendliche dazu gebracht, mit dem Content-Erstellen anzufangen?
Ich glaube, ich war einfach nie der Typ, der stillsitzt. Kreativität war für mich schon immer eine Art Sprache. Content hat mir die Möglichkeit gegeben, meine Ideen sichtbar zu machen und Menschen damit mitzunehmen.


Es gibt etwas so Ureigenes an der Mädchenzeit: das Spielen und Verkleiden. Was magst du am meisten daran, durch eine öffentliche Persona „in einem Puppenhaus zu leben“?
Ich mag total daran, dass man immer wieder neue Seiten von sich zeigen kann. Es ist wie ein kleines kreatives Universum, in dem Mode, Stimmung und Fantasie zusammenkommen.
Was soll dein Publikum fühlen, wenn es deinen Content sieht oder schaut?
Ich hoffe, dass mein Content daran erinnert, dass das Leben aus so viel mehr besteht als perfekten Bildern. Es geht darum, Neues auszuprobieren, auch mal zu scheitern und trotzdem die Freude an den kleinen Momenten nicht zu verlieren.
Ein so großes, allgegenwärtiges Publikum zu haben, muss ein zweischneidiges Schwert sein. Wie ist es für dich, ein nahezu ständig präsentes Leben in der Offentlichkeit zu führen?
Dadurch, dass ich schon mit 13 angefangen habe, fühlt es sich für mich sehr natürlich an. Ich habe mein Leben nie für Social Media gelebt, sondern Social Media immer in mein Leben integriert. Schule, Abi, Fußball, Freunde all das war und ist genauso wichtig wie mein Job. Und deswegen war ich mir auch schon immer der Verantwortung bewusst, so viele Menschen tagtäglich erreichen zu dürfen.

Was lässt dich dich am meisten wie du selbst fühlen, wenn du nicht in der Öffentlichkeit bist?
Ich glaube, Kreativität braucht auch mal Pausen. Für mich sind das seit fast 15 Jahren die Stunden auf dem Fußballplatz, wo es nicht um Beauty oder Glam geht, sondern einfach nur um einen Ball 😉 Dazu kommen Tanzen, Reiten oder Zeit mit Freunden genau diese Balance gibt mir neue Energie und die besten Ideen.
Hast du bestimmte Rituale oder Wege, um wieder „zu dir selbst zu kommen“ wenn du nicht in der Öffentlichkeit bist?
Ich glaube, es ist die Kombination aus meiner Routine und einem aktiven Lebensstil. Sport, eine ausgewogene Ernährung und Zeit mit den richtigen Menschen helfen mir immer wieder, bei mir selbst anzukommen.


In unterschiedlichem Maße nutzen viele Menschen in ihrem Berufsleben eine Art Persona oder Alter Ego. Glaubst du, dass du eines in Bezug auf dein Leben in der Öffentlichkeit hast?
Ich glaube, genau deshalb macht mir Social Media so viel Spaß: Ich muss niemand anderes sein. Die Person, die man online sieht, bin ich auch im echten Leben.
Falls ja – fühlt sich dieses Alter Ego eher wie eine Erweiterung deiner selbst an oder wie eine Rolle, in die du einfach „schlüpfen“ kannst?
Ich würde es eher als eine Erweiterung meiner Persönlichkeit beschreiben. Ich bin online und offline dieselbe Person nur je nach Moment kommen unterschiedliche Facetten von mir zum Vorschein.




Ich glaube, das Schwierigste ist, dass Social Media nie wirklich schläft. Deshalb ist es wichtig, bewusst Grenzen zu setzen und sich auch Zeit zu nehmen, in der das Handy einfach mal wegbleibt.


Credits
Talent: Leoonie @leoonie
Photography & Styling: Carla de Marte @carlademarte
Hair&Make up: Cleo Michaela Minhoff @cleo.minh
Styling: Marlene Wilke @_marlene.wilke
Interview: Harper Smith
Mehr Blonde Artikel?
https://blonde.de/archiv/beauty-stories/editorial-venus
https://blonde.de/archiv/beauty-stories/haircare-but-make-it-simple
https://blonde.de/archiv/lifestyle/interview/on-repeat-paul01099-selects

