Deby Cage über Musik, Stil und wie man mit persönliche Dämonen umgeht.

Wir haben Deby Cage ein paar Fragen gestellt. Der Anlass? Ihr neuestes Mixtape auf 36minutes.com.

36minutes.com ist eine webbasierte Plattform für den Austausch und Stream von Musik in Form von Mixtapes. Kuratiert werden diese ausschließlich von befreundeten Musikern, Musikliebhabern, Künstlern und DJs mit exklusiven Mixtapes, die jeweils genau 36 Minuten Spielzeit haben. Warum 36? Der repräsentative Touch verweist auf Berlin, Kreuzberg 36. Da kommen die Gründer her. Heute dabei, DJ Deby Cage. Wofür der Name steht? „Deby Cage ist eine Fusion aus meinem alten Graffiti-Tag und dem Sprichwort trapped in a cage.“ Das ihr Sound einen einfängt und nicht mehr loslässt, beweist Deby Cage in einem powerfullen Trap-Mix.

Deby Cage ist in Offenbach, bei Frankfurt am Main, aufgewachsen. Ihr Vater besaß eine beeindruckende Plattensammlung aus Jazz, Soul, Rock und klassischer Musik, die er ihr gerne an Wochenenden vorspielte. Generell wurde viel getanzt in Sofias Elternhaus. Kein Wunder, dass die schöne Braunhaarige es nie geschafft hat, bei ihrer Berufung als Regisseurin und Filmemacherin, Musik aus ihrem Leben zu streichen. „Musik ist für mich der natürlichste Ausdruck von Glück. Es macht glücklich sie zu hören und zu produzieren, auch wenn man manchmal verzweifelt … Am Ende erfüllt sie einen doch wieder mit Glück!“ Sofia legt am liebsten Trap-Musik auf und generell „alles, was einen dicken Bass-Bauch hat„. 🙅🏻

Was die DJ privat hört, ist Tagesform abhängig. Sie liebt Soul und Hip-Hop, hängt noch an ihrer alten Punk-Rock-Plattensammlung und verbringt generell zu viel Zeit auf Soundcloud, dank ihres liebsten Zeitvertreibs: das Durchklicken von einem Künstlerprofil zum nächsten. Ihr All-Time-Favorite? Prince: „unverkennbar, unersetzbar und unsterblich.“ Aber auch Erykah Badu, „eine inspirierende, starke Frau und wunderbare Entertainerin, die sich immer treu geblieben ist„. Und gegen schlechte Laune hört Sofia Etta James: „Papa liebt sie auch„. Unter den neuen Künstler ist die Sängerin Sevdaliza ganz vorne dabei: „Eine tolle Frau, mit einer tollen Stimme und tollen Texten. Und das Ganze ist auch noch super produziert!„. Der junge producer Oshi und der von ihm mitgegründete Soundcloud Channel „Film Noir„, Mura Masa, Herzeloyde, sowie das Label Saturate füllen aber auch gerne die Stille in ihrem Leben.

Was machst du?
Ich bin Filmemacherin und Regisseurin, DJ und Produzentin. Filme machen ist mein Job und Musik aufzulegen und zu produzieren mehr als ein Hobby. Es ist meine große Liebe. Und diese wird immer größer, wichtiger und stärker. Ich habe zwei Berufe, die sich gleichberechtigt gegenüberstehen.

Hobby oder Welt erobern?
Mein Ziel ist mein Weg. Ich schau selten zu weit nach vorne und schon gar nicht zurück. Die Gegenwart ist mir wichtiger. Und die Tatsache, dass ich Spaß und Freude an dem habe, was ich mache. Es ist bedeutend mehr als ein Hobby, aber die Welt ist zu groß dafür, dass ich sie damit erobern könnte. Es ist natürlich schön, wenn viele Menschen die eigene Arbeit bewundern und abfeiern, aber auch das lässt sich nur dann genießen, wenn man selbst das gleiche fühlt.

Welche Projekte stehen an?
Ich arbeite gerade an meiner ersten EP zusammen mit dem Produzenten Yunis aus Hamburg. Diese soll als Kurzfilm erscheinen. So kann ich meine Berufung als Regisseurin und Filmemacherin mit meiner Leidenschaft zur Musik kombinieren.

Wie würdest Du deinen Stil beschreiben?
Mein Stil ist ebenso Tagesform abhängig wie die Musik, die ich höre. Generell bin ich eher das Sneaker-und-Jeans „kind of girl. Dazu trage ich am liebsten einen lässigen Pulli und rote Lippen. Aber es gibt auch Tage, an denen ich mich gerne wie eine „Lady“ fühlen möchte: dann ziehe ich mich chic an und gehe mit einer anderen Attitude in den Tag heran. 💄💅🏼🔫 💣

Was ist Mode für dich?
Mode macht mir an erster Stelle Spaß! Man sollte sich nicht einschränken, aber auch nicht zu sehr von anderen beeinflussen lassen. Man muss auf sein Gespür hören und vertrauen. Es fällt schnell auf, wenn ein Look zu gewollt ist, dann passt er auch nicht wirklich zu einem. Mode kann aber auch sehr oberflächlich sein und den falschen Eindruck hinterlassen, deshalb ist mein Motto eher „weniger ist mehr“. Lass lieber dein Wesen sprechen als dein Shirt.

Was magst Du an dir am liebsten?
Ich habe meinen Körper mittlerweile lieben gelernt und mit alle meinen Macken Frieden geschlossen. Mein Körper hat sich als sehr stark erwiesen: Ich bin immer noch gesund, fit und in guter Form. Man sollte öfters versuchen, seinen Körper zu loben und ihm zu danken. Weil er doch so stark und schön ist.

Definiere „Frau sein“.
Ich bin dankbar eine Frau zu sein und das nicht nur, weil wir Leben schenken. Jede Frau, die einmal ein Kind geboren hat, sieht sich, von dem Moment an, anders. Es hat etwas Göttliches, Spirituelles, Übernatürliches! Wenn man das hinter sich gebracht hat, fühlt man sich wie Superwoman. Spätestens dann versteht man, wie stark und mächtig Weiblichkeit doch sein kann. Ich bin die Tochter einer starken Frau und habe gelernt, abseits von Konventionen und Geschlechterrollen mein „Ding“ zu machen. Ich bin keine Feministin, aber ich habe keinen Zweifel daran, dass die Frau doch das stärkere Geschlecht ist. Männer sind tough, aber wir sind tougher.

Welche sind deine persönlichen Dämonen?
Ich bin ungeduldig und temperamentvoll. Wenn ich etwas will, dann muss es sofort passieren. Darunter haben so manche Freunde auch schon leiden müssen … Ich lerne jedoch meine Ungeduld zu unterdrücken, mein Temperament zu zügeln und gelassener zu werden. Ich habe mittlerweile verstanden, dass ich mir damit oft selber im Weg stehe und mein Temperament mir zu viel Energie raubt. Es ist immer „work in progress“, aber grundsätzlich habe ich meine Dämonen immer besser im Griff. 😈

Was ist deine Botschaft an die Frauen da draußen?
Das Leben ist zu kurz, um sich selbst ständig zu hinterfragen. Frauen haben ein super Bauchgefühl und sollten niemals aufhören darauf zu hören. Auch, wenn nicht jede Frau das gewünschte Selbstbewusstsein hat, sollte sie sich trotzdem stets lieben. Denn nur wer sich selbst liebt, kann auch andere und vor allem das Leben lieben.

Und letzte sehr wichtige Frage: Rihanna oder Beyoncé?
Beide, Rihanna und Beyoncé 😊

Hier geht es zu Deby Cages „Bullet Girl“ Mixtape:

Instagram: deby_cage
Facebook: debycage
Soundcloud: deby-cage

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