„Wie wäre dein Leben ohne die EU?“ 10 Deutsche schildern ihre persönlichen Horrorszenarien

Photos via Instagram @AminataBelli & @Marienasemann by Nikk Martin
„Was wäre ohne die EU und was würdest du am meisten vermissen,“ haben wir gefragt. Und der Musiker Nisse, die Moderatorin und Aktivistin Aminata Belli, die Schauspielerin und Model Marie Nasemann und weitere Deutsche haben geantwortet.

„Du fühlst dich heut nicht so gut. Du vermisst deine Mama und deine Freunde aus Berlin. Die du seit Jahren nicht gesehen hast, weil du nach Wien gezogen bist als es die EU gab und das strikte Ausreiseverbot noch nicht in Kraft getreten war. Eingezäunt versuchst du, die neue Madonna Platte für 230000 Schilling in einem der illegalen Basare zu erwerben und abends versuchst du vergeblich, den neuen Wes Anderson zu streamen — ausländische Seiten sind down, vielleicht für immer. Dir ist so fad und du gibst auf, legst dich ins Bett und stellst dir vor, du könntest wenigstens ein bisschen durchs verbotene insta scrollen, um die Welt zu sehen.“

Dieses eindrucksvolle Bild malt Pola Fendel, Mitgründerin der Kleiderei.

Doch sich ein Leben ohne die EU wirklich vorzustellen, fällt schwer, denn es schmerzt. Schließlich existiert dieser ganz besondere und einzigartige Zusammenschluss für uns Deutsche seit 27 Jahren. Insgesamt ist die EU bis heute zur Heimat für über 500 Millionen Menschen aus insgesamt 28 Mitgliedsstaaten geworden. 500 Millionen Menschen, die sich hier frei bewegen und arbeiten dürfen und sich (meistens) sicher fühlen. Dieses Gut gilt es zu bewahren, zu beschützen und mitzugestalten – jeden Tag und vor allem am 26. Mai in den Wahllokalen.

Am liebsten würden wir mit allen 500 Millionen über Europa sprechen. Gestartet haben wir mit diesen 10:

Marie Nasemann, Model, Schauspielerin und Gründerin von Fairknallt

 

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„Ich würde es vermissen, frei und unbeschwert an den Gardasee, meine zweite Heimat, fahren zu können. Wahrscheinlich würde ich mich dort nicht mehr zuhause, sondern wie ein Tourist fühlen, wenn ich vorher Geld wechseln und an der Grenze warten müsste. Ich hätte Angst vor einer Wiederholung der Vergangenheit: Nationalismus, Feindschaften, Kriege.“

Cloudy Zakrocki, Vice President International Content & Brand Strategy bei Refinery29

 

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„An der EU würde ich am meisten vermissen, dass Zusammenhalt und Gemeinschaft an Wert verliert. Für mich sind sie das Fundament eines glücklichen Lebens, ob im privaten oder öffentlichen Raum – und wie schrecklich wäre es, wenn dieser Kern unseres menschlichen Seins wegfällt. Uns ist im Alltag oft gar nicht bewusst, was es bedeutet, mal eben durch die EU reisen zu dürfen, wieviele Gesetze auf EU-Ebene beschlossen und einen immensen Einfluss auf unser Leben in Deutschland haben. Und aber auch, vor wie vielen Problemen wir noch stehen, die größer sind als wir selbst und die nur in der Gemeinschaft angegangen werden können, wie beispielsweise der Klimawandel. Der EU-Wegfall wäre ein Schritt in die falsche Richtung – also hoffe ich, dass möglichst viele Menschen den Schritt in die Wahllokale am Sonntag gehen, um ihre Stimme für die Zukunft von uns und der jüngeren Generationen abzugeben.“

Laura Gehlhaar, Autorin, Bloggerin und Coach

 

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„Ich reise viel und arbeite im Ausland. Dabei profitiere ich von EU-Gesetzen, die mich und meine Rechte als Frau mit Behinderung schützen. Das macht das Reisen für mich sicher und stärkt mein Selbstbewusstsein.“

Nisse, Musiker und Songwriter

 

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„Das Gefühl innerhalb eines Kontinents so verbunden und gleichzeitig so frei zu sein, ist für mich das Größte. Jede neue Grenze wäre eine Grenze zu viel und bringt diese kostbare Freiheit in Gefahr. Um diese Offenheit zu schützen gehe ich diesen Sonntag wählen.„

Anna Schunck, Redakteurin bei ViertelVor

 

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„Nur zusammen können wir etwas gegen den Klimawandel tun. Dazu braucht es ein vereintes Europa! Let’s face it: Auf einem überhitzten, kaputten Planeten hätten wir ja nicht mal mehr was von der schönen Reisefreiheit, einem fairen Handel und sozialer Gerechtigkeit…“

Adesse, Musiker

 

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„Ich glaube, dass die EU und der Zusammenhalt innerhalb Europas wichtig für ein friedliches Zusammenleben und eine stabile politische Situation ist. Auch wirtschaftlich ist es wichtig, dass wir zusammenhalten, ansonsten haben wir kaum eine Chance uns auf dem Weltmarkt gegen China, die USA und Russland nur annähernd zu behaupten. Ich glaube, das ist den meisten Menschen gar nicht so klar. Ich glaube, alles, was uns spaltet und nicht vereint, ist schlecht. Und ein offenes, gemeinsames Europa wäre zumindest ein guter Anfang!“

Joyce Binneboese, Gründerin und COO von Wald Berlin

 

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„Als Kind dachte ich, Gesundheit sei das höchste Gut. Umso älter ich werde merke ich es, dass Gesundheit natürlich sehr wichtig ist, aber Frieden und Freiheit voran gehen. Für mich bedeutet Europa: Frieden, Freiheit, Sicherheit und das sind doch schon die höchsten Güter. Zudem möchte ich gerne mit meiner Stimme am Sonntag sorgen, dass wir für ein WIR kämpfen. Ich bin immer jemand, der Zusammenhalt fördert – gerade im Kampf gegen Rechtspopulismus. Der Rechtspopulismus gewinnt überall an Boden. Leute wacht auf, gemütlich vor sich her leben und mal schauen, was passiert, ist nicht mehr!  Manchmal würde ich mir wünschen, mein Tag hätte 48 Stunden, dann würde ich mich noch viel stärker der Politik widmen!“

Leni Wronkowitz, Aktivistin

 

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„Für mich als Digital Nomad ist die EU ein super wichtiges Konstrukt. Ich lebe und arbeite in verschiedenen europäischen Ländern und liebe diese Flexibilität. Ich glaube, wir Europäer sind da etwas verwöhnt und wissen die Vorteile manchmal gar nicht so zu schätzen! Deshalb ist es um so wichtiger, am Sonntag wählen zu gehen, um diesen Schatz zu erhalten.“

Tijan Marei, Schauspielerin

 

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„Eine Auflösung der EU würde einen Einschnitt in alle meiner Lebensbereiche bedeuten. Mein Zuhause Berlin besteht für mich daraus, dass wir eine interkulturelle gemischte Stadt sind. Ohne die EU würden die meisten meiner Freund*innen nicht problemlos hier leben können. Auch könnten wir Filmschaffenden – um nur einen der vielen betroffenen Bereiche zu erwähnen – nicht mehr unkompliziert im Ausland drehen und internationale Projekte realisieren; der deutsche Filmmarkt würde an Varietät verlieren – meines Erachtens ein trauriger Rückschritt.“

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