Warum Self-Love nichts mit Selbstoptimierung für den Datingmarkt zu tun hat!

Ein Plädoyer für die Liebe zu sich selbst: In Deutschland leben laut Statista 4,74 Millionen überzeugte Singles. Und nur 64% davon bevorzugen eine lebenslange Partnerschaft. Das bedeutet also, dass fast die Hälfte der autonom lebenden Menschen das Single-Dasein ganz und gar nicht bedauern!

Es gibt verschiedenste Ratgeber, zahlreiche Instagram-Accounts und Hobby-Psycholog*innen die Selbstliebe propagieren, um eine erfolgreiche Partnerschaft zu leben. Wer sich Single nennt, muss unbedingt die große Liebe finden, wer in einer Beziehung lebt, sollte sie verbessern. Das dann bitte mit einer großen Portion Self-Love von sich selbst auf andere schließend. Alles andere, unabhängige Partnerschaften, andere Meinungen und Beziehungskonstrukte fernab von verallgemeinerten Normen und Werten zählen da anscheinend nicht.

Ja klar, wer zu viel an sich zweifelt, Probleme damit hat, sich selbst zu akzeptieren oder Schwierigkeiten im allgemeinen Umgang mit sich selbst hat, dem steht jede positive Hilfestellung und Unterstützung zu. Aber warum so oft mit dem Ziel der Selbstoptimierung für irgendwen anders? Bringt das Wort „Self“ nicht genau das mit: bei sich selbst zu bleiben? Auch um schlussendlich gesellschaftliche Richtlinien hintenanzustellen?

Im letzten Jahr erzählte Emma Watson in einem Vogue-Interview, dass „self-partnered“ ihr Beziehungsstatus sei. Watson hat sich von den auferlegten Konventionen – heiraten und Kinder zu bekommen – freigemacht. Das gebe ihr eine lang vermisste Freiheit und nehme ihr die Angst auch als Single positiv in die Zukunft zu schauen. Auch Lizzo sprach sich für ein selbstbestimmtes Leben aus. Der Song „Truth Hurts“ mit den Zeilen “I will never, ever, ever, ever, ever be your side chick … Ain’t worried ’bout a ring on my finger” bringt den Status Quo auf den Punkt.

Von einem Freund getraut, von Familie und Freunden begleitet, gab sie sich selbst das Ja-Wort.

Einen Schritt weiter ging Sophie Tanner, die 2015 eine sehr besondere Ehe-Zeremonie gefeiert hat. Die Heirat mit sich selbst. Von einem Freund getraut, von Familie und Freunden begleitet, gab sie sich selbst das Ja-Wort. Klingt im ersten Moment schräg, im zweiten hingegen selbstbestimmt, frei, selbstliebend und respektierend – self-love as it’s best also. Ein mutiger Schritt, der die Geister scheidet. Nicht jeder und jedem sei es gegönnt ein glücklicher Single oder ein glückliche*r Partner*in zu sein. Jedes Individuum hat eine eigene Meinung zu diesem Thema, seine eigene Umgangsweise mit solchen und dennoch sollten wir sie alle, so unterschiedlich sie auch sein mögen, respektieren. Uns eint, das wir nur dieses eine Leben haben in dem bitte nur wir entscheiden was uns glücklich macht! Single hin oder her…

Fotos: Haruka Taniguchi
Model: Gittan 
Make-Up: Emma Elizabeth
Haare: Soleil Davis

Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 11. November 2019 veröffentlicht. 

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