Matriarchat, MaMa, Machen – ein Film, der mehr als weiblichen Aktivismus thematisiert

Ein Tisch voller Frauen. Warum die Szene in Balbinas Musikvideo „Machen ist die beste Medizin“ eine ganz besondere Power ausstrahlt, darüber haben wir bereits geschrieben. Aber jetzt setzen wir einen drauf: BLONDE-Chefredakteurin Edith Löhle ist eine der Frauen im Video, sitzt mit am Tisch und erzählt im folgenden Text nicht von der Kraft dieses Circles, sondern prämiert gleichzietig die Doku, die im Zuge des Drehtags entstand.

Ist der Ausdruck Female Empowerment zur Worthülse verkommen? Eine Begrifflichkeit auf Shirts, ein Hashtag auch für Firmen, die ihre Mitarbeiterinnen schlechter bezahlen als das Pendant mit Penis? Balbina ist keine Frau für leere Worthülsen, sie unterfüttert ihre Lyrik stets mit analogem Engagement – und so erinner‘ ich mich gut, als mir Balbina das erste Mal von ihrer Vision zu „Machen“ erzählte. Wir saßen in Berlin Prenzlauerberg, dank der Herbstsonne konnten wir noch draußen sitzen und sie sagte mit Bina-Bestimmtheit: „Edith, ich will einen Film nur mit krassen Frauen drehen.“

Es sollte der aufwendigste Clip werden, den sie je gemacht hat. Es sollte ein Tisch werden mit Plätzen für die unterschiedlichsten Frauen, die einzige Verbindung: ihre Power, ihr Antrieb, ihr Wille. Mal unabhängig von Reichweite oder Bekanntheitsgrad im Feminismus erschufen wir also einen Circle. Einen Kreis an Frauen, die für uns fürs Machen stehen. Mütter, Journalistinnen, Aktivistinnen, Sportlerinnen, Künstlerinnen – egal, was diese Frauen beruflich machen, sie machen.

Und so war auch der Vibe am Set

In der Maske habe ich mich mit der Theologin Annina Ligniez über Glaubenssätze unterhalten, beim Rauchen ging es mit Rapperin Ebow über die Herausforderungen der Musikbranche, beim Mittagessen tauschten wir uns in der Gruppe aus über die Weiblichkeit, über Politik und die Weltordnung. Dass wir alle augenblicklich dicke Freundinnen geworden sind, das wäre geheuchelt, aber wir haben an diesem Tag gefühlt, dass das Zusammenkommen, das Zusammentun der Kräfte und vor allem der Austausch mehr als inspirirend ist. Ein Moment ohne Ego. Das sieht man meiner Meinung auch unserer gemeinsamen Szene an: Wir blicken uns hoffnungsvoll an, weil wir wissen, dass wir gemeinsam ‚was verändern können.

Aber: Wie oben angekündigt gibt’s noch mehr als einen Videoclip mit schönen, starken Bildern. Zu Balbinas und meiner Vision gehörte, allen Frauen eine Stimme zu geben – auch außerhalb des Videos. Wirklich jede*r hat was zu erzählen, man muss nur danach fragen. Und das haben wir, um einen begleitenden Film zu drehen. Eine kleine Doku, in der wir jeder Frau dieselben Fragen gestellt haben:

Was ist deine Superpower als Frau? Auf welche Stärke bist du besonders stolz?
Was ist dein persönlicher Status Qo von Feminismus?
Was denkst du über das Matriarchat?
Was wünscht du dir für alle Frauen?
Welches Gefühl verbindest du mit dem Wort Mama?

Ich habe durch das ganze Projekt wirklich Female Empowerment gespürt. Nicht nur, weil sich neue Möglichkeiten, Wege und Freundschaften durch den Circle ergeben haben, sondern auch weil ich Balbina begleiten konnte, auf ihrem Weg als Frau in der Poplandschaft, die anderen Frauen die Hand reicht und ihnen eine Fläche bietet. Genau das leben wir auch bei BLONDE.

Lernt sie also kennen, die Mamas, die Macherinnen, hier kommt der Film „Matriarchat, MaMa, Machen“:

 

Fotos: Kerstin Musl

Noch mehr zum gemeinsamen Projekt von Balbina und BLONDE, findet ihr hier:
„Machen ist die beste Medizin“ – Balbina liefert Ode an die weibliche Power

 

 

 

 

 

 

 

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