Genderless Beauty: Von Fingerspitzengefühl und manikürten Nägeln

In diesem Teil unserer großen  „Genderless Beauty“-Reihe  schauen wir euch ganz genau auf die Finger, beziehungsweise auf die lackierten Nägel.

Was haben A$AP Rocky, Harry Styles und Brad Pitt gemeinsam? Coolness, klar! Und zwar eine, die von Kopf bis Fuß pulsiert – ach was, bis in die Fingerspitze! Denn sie alle lackieren sich die Nägel. Fakt ist doch, dass Nagellack keinem Geschlecht zugeteilt ist, sondern eine Art ist, sich kreativ auszuleben und seinen ganz persönlichen Style zum Ausdruck zu bringen.

Aber es ist nicht allzu lange her, da war Nagellack an nicht feminin gelesenen eine Form der Rebellion. Schwarz angemalte Nägel, oftmals mit Edding statt Lack, sah man am ehesten an Musikern wie Kurt Cobain oder zuvor an David Bowie. Endlich sind lackierte Nägel unabhängig vom Geschlecht auch auf dem roten Teppich und auf Fashion Shows angekommen. Nun gilt es, diesen Mindset in die Mitte der Gesellschaft zu stoßen. Denn Beauty hat nichts mehr mit Weiblichkeit zu tun.

In meinen Augen sollten Männer Nagellack tragen dürfen, ohne sich dabei feminin fühlen zu müssen.

ASAP Rocky gegenüber Vogue US.

Wer hat’s erfunden? Na, die Männer …

Eine solche Aussage von einem Rapper – eine Berufsgruppe, die in der Vergangenheit als das Nonplusultra von Männlichkeit galt – zu hören, hilft enorm dabei, diese Debatte über den gender-spezifisch recht fortschrittlich orientierten Fashion Kontext heraus auszuweiten. Naja, eigentlich bewegen wir uns gerade back to the roots. Denn tatsächlich sind lackierte Nägel, genau wie High Heels und Röcke, von Männern erfunden und populär gemacht worden. Das belegen Ausgrabungen aus dem Jahr 3.200 v. Chr. Im südlichen Babylonien wurde Berichten zufolge entdeckt, dass die meisten Männer in dieser Zeit Nagellack trugen, wobei verschiedene Farben verschiedene Klassen kennzeichneten.

Womit wir uns gern die Nägel lackieren? Mit diesen Pionieren!

Was wir uns jetzt noch wünschen würden? Mehr gender-neutrale (Hand-)Modelle für Nagellack Werbung! Jonathan Von Ness von „Queer Eye“ macht bei essie den Anfang. Er posierte als erstes „nicht weibliches Testimonial“ für die internationale Marke – super stolz mit seiner eigens kreierten Nail Art. (Van Ness identifiziert sich als nichtbinär). Das allerdings leider nur während des Pride-Monats und genau da haben wir wieder den Salat: Wieder steht der Gender-Marker und die Sexualität im Vordergrund. Aber anstatt zu schimpfen wollen wir lieber loben und nach vorne blicken. Deswegen zeigen wir euch zum Ende noch unsere Favoriten in Sachen Nail Artists, Marken und Ikonen der Bewegung.

In der Hoffnung, dass die geschlechtslose Beauty Revolution auf den Nägeln aller so weitergehen wird, wie die auf unseren Gesichtern und olafaktoisch. Denn seit der erste Mann das buchstäbliche Gesicht einer großen Kosmetikfirma wurde, haben wir ganz schön viel erreicht. Gerade erst sah man die „Game of Thrones“-Schauspielerin Maisie Williams gemeinsam mit ihrem Freund Reuben Selby in der Front Row sitzen. Beide trugen blauen Lidschatten und glänzten mit Teints, bei denen wir ganz stark den Einsatz von Fenty Beauty vermuten. Also lieber A$AP, mache deinem Namen doch mal alle Ehre und drehe bitte asap einen an Coolness nur so sprühenden Werbespot für OPI oder Nails Inc.! Wir würden’s kaufen!

Ein Must-Follow ist der Account @boysinpolish: Hier werden Künstler*innen, Brands und Ikonen der Genderless Beauty Bewegung gezeigt

 

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Anthony Pius AKA Bolly- Illusion is a performance artist/ dancer/ choreographer from Southall. It was such a pleasure meeting Anton and painting his nails at the park in Ealing on a sunny day. Anton requested lots of blue polish and we decided to paint each nail with a different design to represent different aspects of  his personality. We went for clouds, butterflies, yin-yang symbols and glitter fades. It was refreshing hearing about how Anton takes pride in embracing his feminine energy despite the challenges it comes with being in an Asian family, and along with his strong mind and inner confidence, I admire how he channels this into his performance and artistry. After taking some shots in the park, we took the bus up to Southall, and Anton showed me a really amazing authentic Indian restaurant where we sat for lunch. Although I had never been in the area, something about it really made me feel at home. It was incredible seeing all the culture and it made me realise that London is actually way bigger than I thought. One thing I do love about London is that there is a community and area for everyone.

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