Zwischen Masken und Meditation könnt ihr diese Ausstellung digital erleben

Mit „Fake It Till You Make It” zeigt die Künstlerin Stella Maris ihre neuesten Arbeiten. Darin geht es um Spiritualität, die Auseinandersetzung mit (christlicher) Religion, und Fragen nach Sinnsuche und Wahrnehmung. Hier könnt ihr sie als digitale Ausstellung sehen.

„Escaping reality”. So steht es auf einer Schlafmaske, die die Schweizer Künstlerin Stella Meris für eines ihrer Werke verwendet hat. Es taucht als erstes Motiv auf, wenn man den Ausstellungskatalog zu „Fake It Till We Make It” aufschlägt, einer Werk-Reihe, die gerade bei der Berliner Galerie Anahita Contemporary zu sehen ist. Zwar zeigt die Galerie von Anahita Sadighi an der Schlüterstraße 14 die Arbeiten bereits live, hier kommen Zuschauer*innen aber nicht weiter als zu einem von Meris gestalteten Schaufenster, das den Titel „Fake It Till We Break It” trägt. Die Good news: Online ist Meris Konzept als digitale Ausstellung in Form von Talk, Performance, Bildern und ab dieser Woche auch als Video verfügbar.


„Our Last Fight”, 2020

„Escaping Reality” bleibt dabei jedoch nicht das grundlegende Motto für diese digitale Ausstellung. Vielmehr will sich Meris der Gegenwart nähern. Dabei stehen laut Ausstellungskatalog vor allem Pole wie ein „christliches Weltbild, urbaner Alltag und zeitgenössische Kunst” im Fokus. Sie bilden einen Kontrast zueinander, sollen aber auch neue gemeinsame Räume erschaffen. Fragen zu Wahrnehmung und Sinnsuche will die Künstlerin dabei ebenfalls angehen und verfolgt als non-binäre Person dabei einen queerfeministischen und intersektionalen Ansatz.

Auszüge aus der Performance „Some Body*ies”, die Meris 2020 mit weiteren Künstler*innen ins Leben gerufen hat. Und: „The Clit Is Lit“, 2020.

Auseinandersetzung mit Spiritualität und eigener religiöser Geschichte

Stella Meris ist selbst in einer freichristlichen Gemeinde aufgewachsen und mit einer Familiengeschichte, die auf Deutschland, Israel und Palästina zurückgeht. Neben dieser Geschichte setzt sie sich in ihren Arbeiten außerdem mit der eigenen Religionserfahrung zwischen religiösen und nicht-religiösen Kulturfeldern auseinander. Dabei stellt sich die Künstlerin auch spirituellen Fragen, zum Beispiel denen, welcher spirituellen Räume unser Körper bilden kann.Meris Medien of choice sind unter anderem Malerei, Video, Performance, Zeichnung oder Augmented Reality, für einen eigenen Insta-Filter. In „Fake It Till We Make It”, ihrer ironisch betitelten ersten Solo-Ausstellung, sind sie als Werke zu sehen, die als Bahnen von der Decke hängen, aber auch lebensnahe Pieces, wie die zusammengesetzten Masken, die für Meris Werk ebenfalls eine große Rolle spielen. Auf den Bildern in diesem Beitrag bekommt ihr einen Einblick und erste Einblicke der Ausstellung. Den Ausstellungskatalog könnt ihr hier abrufen, und hier mehr zu Meris und ihrer Kunst erfahren.

„Ich betrachte meine Biografie mit Humor und künstlerischer Freiheit, ich mische gerne das Dokumentarische mit dem Fiktiven und lasse die Frage nach Wahrheit im Schwebezustand.” – Stella Meris

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